Ein Elektroauto für alle, die vor allem in der Stadt unterwegs sind, aber am Freitagabend trotzdem spontan «Sollen wir übers Wochenende wegfahren?» sagen wollen – so präsentiert sich der Citroën ë-C3. Wir durften den kleinen Franzosen im Alltag testen: enge Gassen, Einkaufsfahrten, Pendelstrecke – und eine längere Ausfahrt ins benachbarte Ausland. Unser Fazit vorweg: In der Stadt fühlt er sich an wie zu Hause. Für längere Strecken braucht es ein bisschen Planung – aber dann macht der ë-C3 vieles richtig.
Klein, aber oho
Auf Fotos wirkt der ë-C3 fast wie ein Spielzeug-SUV. In echt steht er überraschend selbstbewusst da: relativ hoch, kurze Überhänge, kantige Linien, bullige Front. Man sitzt leicht erhöht, hat einen guten Überblick und fühlt sich – trotz Kleinwagenformat – nicht wie das kleinste Auto an der Ampel.
Im Cockpit spielt Citroën nicht «Premium», sondern «ehrlich». Es gibt zwar viel Hartplastik, aber clever eingesetzt: Ein Stoffstreifen zieht sich quer über das Armaturenbrett, kleine farbige Details an Türen und Lüftungsdüsen lockern das Bild auf. Ein wenig Retro-Charme bringt der klassische Zündschlüssel ins Spiel – was das Gefühl vermittelt, jemand habe einem alten Verbrenner heimlich einen E-Motor verpasst.

Schlaglöcher schluckt er locker
Sobald man losfährt, merkt man, wofür der ë-C3 gebaut wurde. Mit seinen 113 PS wirkt er im unteren Geschwindigkeitsbereich deutlich lebendiger, als es die Zahlen vermuten lassen. Besonders überzeugt hat uns das Fahrwerk: Citroën setzt auf eine spezielle Komfort-Abstimmung, die Schlaglöcher und Kanaldeckel erstaunlich sanft wegfiltert. Gerade auf schlechten Stadtstrassen fühlt sich der Kleine deutlich erwachsener an, als seine Klasse vermuten lässt.


Und auf der Langstrecke?
Für unseren Wochenendtrip ins Nachbarland wollten wir wissen, wie langstreckentauglich der ë-C3 wirklich ist. Auf dem Papier stehen rund 320 Kilometer WLTP-Reichweite; im echten Leben, mit einem guten Stück Autobahn, bewegten wir uns eher bei 240 bis 260 Kilometern. Das bedeutet: Route im Voraus anschauen und planen, wo Schnelllader stehen. Positiv: An einer leistungsfähigen Säule lädt der ë-C3 mit bis zu 100 kW – von 20 auf 80 Prozent in etwa einer halben Stunde, genug Zeit für einen Kaffee.
Bei den Assistenzsystemen liefert der ë-C3 solide Hausmannskost: Tempomat, Spurverlassenswarner, Notbremsassistent, Parksensoren – die wichtigsten Bedürfnisse sind abgedeckt. Wer adaptiven Tempomat oder eine 360-Grad-Kamera sucht, wird nicht fündig; das passt aber zur Positionierung als bezahlbares Einstiegsmodell.
Charmanter City-Flitzer
Nach unserer Testzeit bleibt ein klares Bild: In der Stadt ist der Citroën ë-C3 ein absolut stimmiges Paket – komfortables Fahrwerk, gute Übersicht, ausreichend Leistung, wendig und mit genug Platz für Alltag und Gepäck. Er ist kein Prestigeobjekt, sondern ein sympathischer Begleiter für alle, die einen alltagstauglichen Einstieg in die Elektromobilität suchen – mit klarem Schwerpunkt auf der Stadt, aber ohne Angst vor der nächsten Landesgrenze.
- Leistung
- 113 PS
- Reichweite (WLTP)
- ca. 320 km
- Laden DC
- bis 100 kW
- 20–80 %
- ca. 30 min
- Kofferraum
- ca. 310 l
